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Aussichtsturm und Waldgaststätte Hohes Gras

1883 fasste der Niederhessische Touristenverein, der Vorgänger des Hessisch-Waldeckischen Gebirgsvereins Kassel (HWGV), den Beschluss, einen Aussichtsturm auf der höchsten Stelle des Habichtswaldes zu errichten. Man entschied sich, den Turm als Zyklopenmauerwerk zu bauen, wobei Basalttuffsteine aus der näheren Umgebung genutzt werden sollten. Das Bauwerk sollte monumental und altertümlich anmuten. 
Der Turm hatte nach Fertigstellung eine Höhe von 24,70 m, seine Aussichtsplattform lag somit auf 639 m über NN. Zum Zeitpunkt des Turmbaus war die umgebende Fläche nahezu waldfrei und der Ausblick in alle Himmelsrichtungen grandios. 

Am 18. Mai 1890 weihte der Architekt Carl August Rebentisch den Aussichtsturm „Hohes Gras“ mit folgendem Spruch ein:

Zum Wetterbraus, harre aus
Du Aussichtsturm bei jedem Sturm
ob Ost, ob West, stehe fest!

An der Einweihungsfeier nahmen mehrere tausend Besucher teil.

Aus der anfänglichen Bauhütte, die auch als Schänke diente, wurde eine Gaststätte, die in 1904 in Betrieb genommen wurde.
Im Verlauf des Ausbaus der „Herkulesbahn“ konnte man von 1922 bis 1940 die Haltestelle „Hohes Gras“ am Roten Stollen sogar mit der Straßenbahn erreichen.

1925 wurde das Gebäude wegen witterungsbedingten Beschädigungen zum ersten Mal grunderneuert. Die Finanzierung lief über Spendengelder aus der Bevölkerung. Benefizveranstaltungen wurden organisiert, um den Baufundus zu erhöhen. Sogenannte „Bausteine“ in Form einer Postkarte konnten für eine Reichsmark als Spende für die Umbau- und Renovierungsarbeiten erworben werden.
Im Jahr 1929 wurde der HWGV auch Eigentümer des Grundstücks.

1955 stockte der Verein das Wirtschaftsgebäude mit einer darüber liegenden Pächterwohnung auf. Der Turm wurde als Funkstation vermietet und 1969 um 6 m erhöht. Seitdem befindet sich die Aussichtsplattform auf knapp 30 Meter. Die Besteigung des Turms ist nach wie vor möglich.
Weitere Sanierungsarbeiten waren in den 1980er Jahren und 2016 nötig. Aus der Zeit um 1925 stammt der Tuffsteinbrunnen inmitten des Biergartens, der 2018 nach einer Generalüberholung wieder zum Leben erweckt wurde.
So hat die Erhaltung des Baudenkmals in den vergangenen hundert Jahren viel Geld gekostet, für die unser Verein wiederholt auf Spenden angewiesen war. Viele Baumaßnahmen wurden darüber hinaus dank des ehrenamtlichen Engagements der Vereinsmitglieder in Eigenleistung erbracht.

Die historische und denkmalgeschützte Waldgaststätte ist und bleibt das Aushängeschild unseres Wandervereins: www.waldgaststätte-hohes-gras.de

Heiraten ganz oben!

Abseits vom Trubel der Stadt kann seit 2019 in der idyllisch gelegenen Waldgaststätte Hohes Gras der Bund fürs Leben geschlossen werden. Reservieren Sie einen Termin für Ihre Trauung in der sanierten Waldgaststätte, gelegen in reizvoller Natur, vor einer traumhaften Kulisse mit Ausblick in den Naturpark Habichtswald. Im Traukalender des Standesamts der Stadt Kassel finden Sie die Tage, an denen die Trauung dort oben angeboten wird: www.kassel.de/traukalender

Ein anschließender Sektempfang in der Gaststätte oder im Biergarten rundet den Start in die Ehe ab. Nach der Trauung kann das Brautpaar den Turm erklimmen. Unvergessliche Momente und außergewöhnliche Erinnerungsfotos sind so gesichert.